Rückblick

Hallo ihr Lieben,

jetzt bin ich schon seit 2 Monaten wieder zurück von Ghana und morgen geht’s schon gleich wieder weg nach Köln um ins Studium zu starten. Bevor ich jetzt allerdings wieder was Neues anfange, erstmal noch ein kleiner Rückblick auf das letzte Jahr.

Nach Ghana zu gehen war echt eine super Entscheidung und ein einmalige Erlebnis. Ich habe viel über die ghanaische Kultur erfahren und kann jetzt mit den Händen essen. Ok, seien wir ehrlich, das hab ich schon immer gern gemacht :P Zudem isst man in Ghana nicht nur mit der rechten Hand sondern man nimmt und gibt auch alles mit der rechten, was mich einfach nicht mehr loslässt. Jedes Mal wenn ich jemandem etwas mit der linken Hand gebe, bekomme ich ein ganz schlechtes Gewissen. Und wenn ich mit links ein Brot halte, denke ich alle gucken mich jetzt vorwurfsvoll an :D
Ich habe aber auch viel über mich selbst gelernt und festgestellt, dass ich mich weiterhin in die Richtung orientieren möchte. Deswegen jetzt auch das Sozialwissenschaften-Studium und später wahrscheinlich den Master Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik.
Außerdem bin ich offener und kontaktfreudiger geworden und werde manchmal auf der Straße schon komisch angeschaut, wenn ich jeden, der vorbei läuft, grüße. Traurig eigentlich…Aber in Köln werde ich mir das wahrscheinlich auch schnell wieder abgewöhnen bei so vielen Leuten. Und natürlich, wer hätte es geglaubt, habe ich auch etwas von der ghanaischen Gelassenheit mitgebracht, was leider auch zur Folge hat, dass ich in letzter Zeit öfter mal zu spät bin. Es sei mir verziehen, ich werde mich bessern ;)
Ich habe in dem Jahr viele gute Freunde gewonnen, sowohl ghanaische als auch deutsche und eine zweite Familie, die ich allesamt auf jeden Fall mal wieder besuchen möchte.

In meinem Projekt wurde ich vor so manche Herausforderung gestellt. Sei es die Sprachbarriere, weil ich erstens einen ganz anderen Akzent habe oder weil die Schülerinnen teilweise auch nicht wirklich Englisch konnten oder das Durchdringen des ganzen Schulsystems und wie man denn jetzt seine Schüler motiviert, wenn unsere deutschen Lehrmethoden völlig unbekannt sind und deswegen auch nicht leicht anzuwenden sind. Außerdem habe ich ja auch Fächer wie Food&Beverage unterrichtet, von denen ich vorher noch nicht mal den Namen kannte :D Aber nach einiger Zeit hat man sich an alles gewöhnt und gegen Ende war es mir meistens sogar eher langweilig, weil ich auch nicht mehr so viele Stunden hatte.

Reisen war ich natürlich auch ganz viel, wie ihr ja schon hin und wieder auf Bildern gesehen habt und ich muss sagen, ich kann Ghana nur weiterempfehlen – traumhafte Strände, Regenwald, tolle Wasserfälle, einfach wunderschön :)

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei all denen bedanken, die mich bei meinem Spenderkreis oder auch mit guten Ratschlägen unterstützt haben. Ohne euch, hätte es nich so toll geklappt und alles wäre nur halb so schön gewesen. Meda w’ase paa, um das mal auf Fante zu sagen :)

Um das Ganze jetzt noch ein wenig anschaulicher zu machen,hier noch ein kurzer Film, in den ich ein paar Eindrücke reingepackt habe. Ich hoffe er gefällt euch :)
Annalena in ghana

Das war’s auch schon von meiner Seite. Falls ihr noch mehr hören wollt, dürft ihr mir gerne schreiben. Ich freu mich immer über ein paar nette Mails zwischen dem ganzen Spamzeugs ;) Natürlich auch wenn ihr keine Fragen habt, sondern mir einfach mal erzählen wollt, wie’s euch so geht :)

So jetzt muss ich die letzten Kisten fertig packen.
Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder :)
Ganz liebe Grüße,

Annalena

 

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Huhu :)

Huiuiui noch 4 1/2 Wochen und dann gehts zurück nach Home sweet home :) Da bin ich ja schon fast aufgeregt :D
Die Vorbereitungen sind schon in vollem Gange. Ich bin dabei Abschiedsgeschenke zu kaufen und ein paar Mitbringsel für Deutschland zu finden. Ach, bei irgendwelchen Wünschen bitte melden, ich hab nämlich mal wieder nicht so viele Ideen und bin bestimmt kein Freund von Staubfängermitbringseln. Außerdem werden die letzten Wochen voll verplant und ich stell jedes Mal wieder mit Erschrecken fest, wie kurz es nur noch ist, weil so wirklich gehen will man eben auch doch wieder nicht :D
Letztes Wochenende hatten wir auch unser Abschlussseminar mit ARA und die Themen deuteten eindeutig auf die baldige Abreise hin. Wie verabschiedet man sich am besten in Projekt und Gastfamilie? Wie verläuft der Transport zum Flughafen? Wie kann man am besten in Kontakt bleiben? Was nehme ich von diesem Jahr mit und was lasse ich lieber zurück? Besonders bei dem Thema kamen viele Gedanken auf. Jeder einzelne lässt liebend gerne die andauernden Obruni-Rufe und das Anders-Sein zurück. Auch die ein oder andere ghanaische Lehrmethode möchte man sich nicht gerne angewöhnen. In unserem Koffer packen wir unter anderem einen dicken Batzen an Geduld, Flexibiliät, Toleranz und neuen Freundschaften
In der Schule gehts jetzt aufs Ende vom Schuljahr zu, das heißt ich muss wieder Examen entwerfen. Aber da ich ja sonst nahezu nichts zu tun habe, versetzt es mich dieses Mal nicht wirklich in Stress :)
Die Uni-Bewerbungen sind jetzt dank Papa auch alle erledigt und nun heißt es abwarten. Mal sehen, wo es mich hin verschlägt :)
Ansonsten gibt es momentan eigentlich echt nicht viele Neuigkeiten. Doch! Es ist richtig kalt hier! Jeder friert und alle sind krank… Ich hoffe nur, dass ich in Deutschland nicht auch krank werde sobald es nur 25 Grad hat, sonst hab ich ein kleines Problemchen :D

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Das Ende naht…

Knapp mehr als zwei Monate bleiben mir noch. Die Zeit rast! Der letzte Term hat schon voreiniger Zeit begonnen und die letzten Ferien sind auch vorbei. Also wurde noch einmal richtig gereist und zwar die ganzen Ferien lang. Erst kam Papa kurz vor Ostern und wir sind nach Ada Foah an die Voltamuendung gefahren. Leider war das Wetter nicht so super aber das konnte uns nicht von einer Kanufahrt auf dem Voltariver abhalten, die auch bei bewoelktem Himmel schoen war. Dann gings ab in die Berge zu den Wli Waterfalls. Wirklich eine meiner Lieblingsecken in Ghana. Wunderschoene Berglandschaft und tolle Sternenhimmel :) anschliessend war die Central region dran mit Elmina, Cape Coast, Kakum und Hans Cottage. Das bedeutet Sklavenburgen, Fischerorte, Regenwald und Krokodile und Affen angucken. Eine schoene Zeit. Natuerlich gings auch noch nach Swedru, das ist ja ein Muss und alle wussten endlich, waruum ich so gross gewachsen bin :D
Als Papa dann wieder gegangen ist, hab ich mit Chrissi und Pauli unsere Nordentour gestartet. Im Bus gings 12 Stunden lang nach Tamale und dann direkt zum Mole. Dort haben wir Elefanten, Affen, Antilopen, Krokodile und Pumbas (:D) gesehen. Wie immer hat wieder alle wie am Schnuerchen geklappt. In Paga waren wir dann noch beim Krokodilteich und ich sass sogar auf einem drauf! Und wir sind kurz nach Burkina Faso ruebergewitscht fuer ein paar Sekuendchen :) Dann gings eigentlich auch schon wieder auf en Rueckweg nach Accra. aso wieder in den Bus, dieses Mal 15 Stunden! Falls es ein naechstes Mal geben sollte: Eindeutig fliegen :D In Accra kam dann auch schon der naechste Besuch. Chrissis Schwester und ihr Kumpel wollten auch mal Ghana sehen :) Also gings ab nach Busua zum Surfen, was riesig Spass gemacht hat, aber auch unglaublich anstrengend ist!
Das waren dann auch die Ferien und der Schulalltag hat mich wieder eingeholt. Doch diesen Term habe ich wirklich fast nichts mehr zu tun, da zwei Klassen auf Examen vorbereitet wurden und ich sie deswegen nicht mehr unterrichten konnte. Eine davon ist jetzt mit den Examen fertig und die Schuelerinnen sollten jetzt eigentlich noch fuer ICT in die Schule kommen, aber das ist ungefaehr so wie mit freiwilligem Unterricht nach dem Abi :P Ich bin die ganze Zeit am Ueberlegen, was ich noch so machen koennte, aber so wirklich viel faellt mir irgendwie nicht ein. Ich denke mal weiterhin darueber nach.
Ansonsten gibt es hier nicht viel Neues. So langsam denken alle ans Zurueckgehen, was man noch davor uunternehmen will, as noch eingekauft werden muss und immer oefter fallen Saetze wie: Wow, wenn ich zurueck komme, dann kauf ich mir erstmal nen Doener – Neein, zum MC. – Nee ich will erst nen Salat! Also inzwischen freue ich mich wirklich auf Zuhause, auch wenn ich weiss, dass ich mein zweites Zuhause unglaublich vermissen werde. Aber ich werde Ghana ja bestimmt nicht fuer immer verlassen :)
Somit liebe Gruesse ins kalte Deutschland. Ich hoffe, ihr bekommt jetzt auch mal besseres Wetter :)

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Dies und Das :)

Und schon ist die Haelfte vorbei! Kaum zu glauben, aber wahr…Mitte Februar war Ghana-Halbzeit und ich hab kurzzetitig angefangen ans nach Hause-Gehen zu denken…”Oh Gott, ich muss noch nach Kumasi! Und in den Norden! Und was ist mit Togo? Und was hab ich meiner Schule denn bis jetzt gross gebracht? Ahh ich will noch gar nicht gehen!” Das waren so ungefaehr die Gedanken, die mir durch den Kopf schwirrten. Denn so schoen es bestimmt sein wird zurueckzukehren, muss ich doch sagen, dass ich im Moment noch gar nicht dran denken mag. Viel zu gute Freundschaften hab ich hier geschlossen und auch Ghana selbst mit all seinen schoenen und auch nervigen Eigenschaften wird mir sehr fehlen. Was, wenn es ploetzlich so still ist? Keine lauten Ziegen, Huehner und Katzen, kein Strassenwettbewerb, wessen Lautsprecher jetzt die lautesten sind und nicht an jeder Ecke ein lautstarker Prediger oder ein Trotromate, der Accracracra schreit. Es wird mich nicht mehr jeder Einzelne auf der Strasse gruessen und ueberall wo ich hingeheh, werden mir freudige Gesichter Obruni hinterherrufen. All diese Dinge, die mich hier im Uebermass manchmal nerven, werden mir bestimmt als erstes fehlen. Und auch das ghanaische Essen habe ich wirklich lieben gelernt :) Ja es wird nicht einfach in den Flieger zu steigen und das alles zumindest fuer eine gewisse Zeit hinter mir zu lassen. Aber natuerlich freue ich mich auch euch wiederzusehen, freue mich auf Kaesebrot und Joghurt, auf Muesli und Milch, auf gut sortierte Supermaerkte, auf angenehmen 25 Grad im August, auf ganz arg viel einfach :)
Seit meinem letzten Eintrag sind jetzt fast zwei Monate vergangen. Das liegt unter anderem daran, dass ich Dummkopf meinen Laptop kaputt gemacht hab und das mit dem Internet jetzt etwas erschwert wurde. In der Zeit ist natuerlich einiges passiert.
Ich hatte ein 10-taegiges Seminar in Abetifi, der uebrigens hoechsten Gemeinde Ghanas, das heisst angenehme 25-30 Grad :) Dort hab ich viele nette Freiwillige aus ganz Ghana und anderen Teilen Westafrikas kennengelernt und wir hatten echt ne super Zeit zusammen. Aufgebaut war das Ganze auf sehr viele Gespraeche, die zum Austausch dienten und ein paar Einheiten, die wir selbst bestimmt haben. Ausserdem wurde ganz viel reflektiert, was mal sehr hilfreich was, da ich mir dazu bis jetzt selten die Zeit genommen habe.
Ansonsten war ich viel in Swedru und bin wenig gereist, ausser mal nach Accra um ein paar Freunde zu treffen.
Letzte Woche, am 6. Maerz, war Unabhaengigkeitstag. Das heisst in Ghana: Marching, marching, marching! Alle Schulen treffen sich mit einer ausgewaehlten Marchinggruppe und dann wird der Tag der Unabhaengigkeit gefeiert. Ich persoenlich war froh, dass ich nicht mitmachen musste, da es mit mehreren Stunden in der prallen Sonne stehen verbunden war und das Wetter in letzter Zeit wirklich unnatuerlich heiss ist.
In der Schule geht es schon wieder auf die Ferien zu, was bedeutet, dass wir gerade mitten in den Examen stecken. Ich war fuer ein paar Tage Sekretaerin und musste alle Examen abtippen, was ziemlich anstrengend war. Aber jetzt ists nicht mehr lang und dann bekomme ich wieder Besuch aus Deutschland – Papa kommt :) Dann heisst es wieder einmal Ghana von Ost nach West und danach gehts mit meinen Maedels in den Norden bisschen Savannenluft schnuppern.
Gute Aussichten :)
Ich schicke euch ganz warme Gruesse und hoffe ihr erfriert in eurem Schneechaos nicht. Obruni byebyee

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Es regnet!

Es regnet! Und das mitten in der Trockenzeit! Verrückte Sache…aber ich hab den Regen ehrlichgesagt nicht vermisst.
Obwohl der letzte Eintrag gerade einmal zwei Wochen zurückliegt, kommt es mir schon wieder wie eine halbe Ewigkeit vor. Soo viel habe ich in den zwei Wochen erlebt. Also einmal schnell in Kürze, bevor ich auf Details eingehe. Vorletztes Wochenende war ich im Westen Ghanas an der Küste unterwegs, Mama hatte Geburstag, ich hatte Geburtstag :D , kurzer Abstecher nach Mankoadze und letzten Samstag hat uns unser Besuch wieder Richtung schneeweiße Heimat verlassen :(

Dann erstmal zu unserer Reise in den Westen. Donnerstags sind Chrissi und nach Cape Coast abgedüst um dort unsere Eltern einzusammeln. Von dort gings dann weiter Richtung Takoradi und letztendlich über Stock und Stein nach Princess Town. Und mit Stock und Stein, meine ich Stock und Stein, die Stra…e war eine Katastrophe. Doch die Fahrt hat sich gelohnt, denn dort angekommen wurden wir , obwohl wir aussahen, als hätten wir uns gerade erst wie Schweine im Dreck gesuhlt, herzlich von unseren deutschen Gastgebern an ihrem wunderschönen Fleckchen Erde empfangen. Beim Essen hatte man einen tollen Ausblick auf die Lagune (in der übrigens auch Krokodile leben!) und später sind wir noch kurz in die Stadt reingelaufen und haben uns die deutsche Burg angeschaut. Am darauffolgenden Tag haben wir uns auf den Weg nach Cape Three Points gemacht, dem Punkt Ghanas, was mit einer langen, schweißtreibenden Wanderung verbunden war. Aber mal wieder hat sich die Anstrengung gelohnt, auch wenn wir keine Wale gesehen haben. Und wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel und der war wirklich wunderschön – am Strand entlang und durch das Dickicht des Regendwalds :) Abends kam dann noch Ini, juhuu :)
Am Samstag gings dann nach einem leckeren Geburstagsfrühstück los Richtung Nzulezo, zum Stelzendorf, von dem wir aber leider etwas enttäuscht waren, da die Menschen dort gegenüber Touristen ziemlich unfreundlich sind und sehr viel Geld verlangen. Aber die Kanutour war richtig schön :) Mittags gab eine unglaublich leckere Buttercremetorte, von der wir kaum genug kriegen konnten. Allgemein hatten wir die ganzen drei Tage ziemlich deutsches Essen, was mal eine willkomene Abwechslung war :)
Ach ja mit den Krokodilen sind wir übrigens auch geschwommen, die ein oder andere etwas kreischend :P AUch verständlich wenn man es gerade noch wegschwimmen sieht, als man ins Wasser geht :D

Die nächsten Tage haben wir in Swedru verbracht. Am Dienstag wurde ich morgens mehrmals mit einem Geburstagsständchen geweckt habe in der Schule gleich nochmal eins von der versammelten Mannschaft gesungen bekommen :) Dann kam auch schon wieder Ini vorbei :) Nachdem ich schon die letzten Tage gemerkt habe, dass irgendwas im Busch ist, wurde ich abends ganz geheimnisvoll ins Taxi gesteckt und nach Ahenfie, unserem “Stammspot” gebracht, wo meine Freunde eine super Überraschungsparty für mich organisiert haben :D Ich wurde typisch ghanaisch mit Wasser überschüttet, habe einen richtig leckeren Kuchen bekommen und so ziemlich alle Leute, die ich hier kenne, waren da :) Es waren wirklich die tollsten Stunden, die ich in Ghana bis jetzt hatte und das wird auch schwer zu toppen sein. Die beste Party seit langem und somit auch mein bester Geburtstag seit langem :D

Nach einer relativ unspektakulären Restwoche bin ich am Freitag mit Chrissi nach Mankoadze zu unseren Eltern gefahren und habe mit ihnen dort den letzten Abend in einem Resort am Strand verbracht bevor es am nächsten Tag zum Flughafen ging. Dann hieß es Abschied nehmen für das nächste halbe Jahr. Aber da wir schon mal in Accra waren, konnten wir uns das feiern gehen natürlich nicht nehmen lassen :P

Jetzt bin ich wieder im normalen Alltag angekommen und so langsam trudeln auch mehr Schülerinnen in der Schule ein. Wir habe sogar ziemlich viele Neue dazubekommen.
Nächste Woche hab ich Seminar in der höchsten bewohnten Gemeinde Ghanas, da wirds mal bisschen kühler – wenn nicht sogar zu kalt :D Ich meld mich danach dann wieder und Bilder folgen wann anders. Da ich meinen Laptop blöderweise geschrottet hab, bin ich grad mit anderen Dingen beschäftigt, sorry.

So verbleibe ich mit sommerlich warmen Grüßen und hoffe ihr erfriert im verschneiten Deutschland nicht ;)

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Alles super im neuen Jahr

Erstmal ein gutes neues Jahr euch allen! Ich hoffe ihr seid alle gut rübergerutscht. Ich habe Silvester mit 30 anderen Frewilligen in dem Haus unserer Organisation am Meer gefeiert. War ganz lustig ;) Weihnachten ist hier erchreckend unspektakulär abgelaufen. Als ich am 24. von Koforidua nach Hause kam, wo wir ein paar Freunde besucht haben und bei den Boti Falls waren, kam mir meine Gastschwester Anna schon in der Tür entgegen und verabschiedete sich für 2 Wochen nach Winneba. Also waren schonmal nur noch Monica und ich Zuhause. Ich ging mit einem kleinen Funken Hoffnung auf etwas Weihnachtsfeeling ins Bett, doch als ich am nächsten Tag aufwachte, war tote Hose im Hause Mensah. Monica und ich haben noch ein paar Stunden gemeinschaftlich auf dem Sofa rumgedöst und sind dann beide vor der Langeweile geflüchtet – sie zu ihrer Freundin ich zu meinen Freunden. Am 26. hab ich Monica und ihre Society zu einem Waisenhaus begleitet, dem sie einen ganzen Transporter voll Lebensmittel und anderem nützlichen Zeug gespendet haben und dank meinen Freunden sind die Weihnachtstage dann auch noch ganz spaßig verlaufen und am 31. habe ich mich dann Richtung Accra verabschiedet. Während ich noch Silvester gefeiert habe, haben sich Mama und Wolfgang schon auf den Weg übers Mittelmeer gemacht um in meine kleine Ghanawelt einzubrechen, die bisher immer so fremd für alle Daheimgelassenen war. Ja es ist schon ein komisches Gefühl, aber umso mehr hab ich mich gefreut, als sie endlich, nach langem Warten in Accra ankamen. Am 4. gings dann gemeinsam mit Chrissi und ihren Eltern in die Volta Region. Erste Station war der Akosombo-Staudamm, der den Voltasee vom Voltafluss trennt und 70% des Stroms bereitstellt. Am nächsten Tag gings mit Tro und Mototaxi weiter nach Tafi Atome zum Monkey Sanctuary, wo wir morgens früh um 6 Affen gefüttert haben :) Letzte Station dieser Reise waren die Wli Wasserfälle. Diese zu erklimmen war mit einer anstrengenden Kletterei verbunden und ich hatte danach ziemlichen Muskelkater. Die Trägheit rächt sich :D Doch alle Anstrengung hat sich gelohnt und nach einem kurzen Bad unter den Wasserfällen ging es hungrig zurück ins Hotel. Nun bin ich gerade in Swedru, weil ich eigentlich wieder Schule hätte, doch als ich gestern zur Schule gegangen bin, waren gerade einmal 2 Schülerinnen da, weswegen meine Schulleiterin den Schulanfang für die Lehrer mal schnell auf nächsten Montag verschoben hat, damit wir nicht nur in der Schule sitzen und auf die Mädels warten. Also hab ich den Tag mit meinen Freunden verbracht, die ich in der Woche schon bisschen vermisst habe und morgen gehts mit Chrissi wieder ab nach Cape Coast zu unseren Touris :) Das ist ja wie Urlaub :D

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Wahlen, Dzita und Weihnachtszeit :)

Hallo meine Lieben :)

Am 7. Dezember waren ja Wahlen. Die sind zumindest hier in Swedru relativ friedlich verlaufen. Eigentlich war 2 Tage lang fast nichts auf den Straßen los, da alle daheim vor Radio oder Fernseher saßen um die aktuellen Hochrechnungen zu verfolgen. Das endgültige Ergebnis kam nämlich erst Sonntag Abend raus. Es war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der zwei größten Parteien, NPP und NDC. Letztendlich hat John Mahama von der NDC knapp gewonnen und die Wahlpartys, vergleichbar mit dem, was bei uns nach einem gewonnenen WM-Spiel passiert, gingen los. Bis spät in die Nacht konnte man die Feierei noch hören. Ich habe mir solange ein gemütliches Wochenende mit meinen Mädels gemacht. Am 6. Dezember haben wir sogar eine kleine Nikolaus-Wichtelaktion gestartet und uns gegenseitig die Geschenke versteckt :) Außerdem gabs viel europäisches Essen an dem Wochenende, da wir immer selbst gekocht haben :D In der darauffolgenden Woche hatten wir Examen in der Schule, bzw. erstmal noch Practicals, was hieß, dass ich ein paar Tage überhaupt gar nichts zu tun hatte. Also Laptop geschnappt, ab in die Schule und nach Studiengängen gesucht, Facebook Messages aufgearbeitet und Weihnachtskarten geschrieben :) Mittwochs gings dann mit meinen Examen los und dann aber gleich richtig. 4 Klassen auf einmal und danach noch 2 Klassen in I.C.T., was mit 7 Computern ne ganze Weile dauert, da jede Schülerin einzeln eine Aufgabe machen muss. Freitag hab ich frei bekommen, da ich da sowieso keine Examen hatte und wir sind früh morgens nach Dzita aufgebrochen. Ich habe mich gefühlt wie im Paradies! Überall Lagunen und Traumstrände! Übernachtet haben wir in kleinen Hütten am Strand, zu denen man immer vom Haupthaus aus mit einem kleinen Kanu gefahren oder geschwommen ist.

Und – ganz verrückt – wir haben einer Schamanenzeremonie beigewohnt und sogar mitgemacht! War total faszinierend! Ein paar Männer haben getrommelt und einige Frauen gesungen, während andere getanzt haben. Sie waren von einem Geist besessen, sind ganz seltsam herumgesprungen und haben angsteinflößend mit Macheten hantiert. Es sah so aus als würden sie sich den Bauch aufschlitzen, aber wie auch immer sie das hinbekommen haben, sie haben sich nicht verletzt! Ein Mann vom Resort hat uns später gesagt, dass das wohl wegen dem Geist so sei. Also wie gesagt, alles schwer zu glauben, aber unglaublich faszinierend! Letztendlich haben wir noch bisschen mitgetanzt und mussten dann aber gehen. Ich vermute immernoch, weil es dann zu krass wurde. Wir haben nämlich schon gesehen, wie sich ein Mann mit einer ganzen Flasche Hochprozentigem Überschüttet hat, während an einer anderen Stelle ein kleines Feuer angezündet wurde. O.o
Nachts wurde ich plötzlich aus dem Schlaf gerissen, da ein paar äußerst Aktive unter uns noch immer wach waren und am Strand eine Schildkröte gefunden haben. Das durfte ich natürlich nicht verpassen, also raus aus den Federn, Kamera geschnappt und Chrissi hinterher! Also ich weiß ja nicht, an was ihr denkt, wenn ihr gesagt bekommt, man hätte eine Schuldkröte gefunden, aber an so ein Riesending hab ich jedenfalls nicht gedacht :D

Am Sonntag hatte Pauline Geburtstag und da haben wir natürlich reingefeiert :D Wir haben noch einige aus Kanada und USA getroffen und hatte einen lustigen Abend :) Am nächsten Tag gings dann wieder Richtung Swedru.
Heute habe ich meine letzen Examen geschrieben, die Noten sind fast alle eingetragen und morgen gibts Zeugnisse. Leider größtenteils sehr schlechte, wie ich feststellen musste, was unter Anderem daran liegt, dass viele -wie so oft-nicht zu den Examen erschienen sind, welche nunmal 70% der gesamten Note zählen. Einige Namen habe ich sogar zum ersten Mal gesehen, da die Motivation bei manchen wirklich seehr zu wünschen übrig lässt…Aber da kann ich leider auch nichts machen.
Also geht es jetzt wohl auf Weihnachten zu – kann ich immer noch nicht glauben. Hier deutet absolut nichts darauf hin, außer mal hier und da ein Weihnachtslied, das aus einem Store tönt. Aber das passiert auch höchstens einmal täglich. Irgendwie brauch ich noch Weihnachtsgeschenke für Anna und Monica, aber was Geschenke angeht war ich ja leider noch nie sehr einfallsreich. Morgen gehts dann nach Accra, Toni zum Flughafen bringen…Die darf uns nicht schon verlassen :( Von da aus gehen wir am Freitag nach Koforidua ein paar Freunde besuchen und die Wasserfälle anschauen um dann püntlich zu Weihnachten wieder in Swedru zu sein :)
Ich melde mich dann nach Weihnachten oder Silvester wieder ;)
In diesem Sinne wünsche ich euch allen FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GUTES NEUES JAHR!
Oder auf Twi: AFEHYIA PA!

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Ich lebe noch :)

Keine Sorge, ich wurde weder von einem Löwen gefressen (die es hier sowieso nicht gibt) noch von einem Elefanten zertrampelt. Mich hat nur leider erst für eine lange Zeit meine Motivation verlassen, das muss ich ganz offen und ehrlich zugeben und als die dann wieder zurückkehrte, unglücklicherweise mein Internet. Aber jetzt lass ich mal wieder von mir hören :)
Eigentlich ist nicht sehr viel Weltbewegendes passiert in der Zeit. An den Wochenenden war ich meistens mit meinen Mädels unterwegs. Wir waren unter anderem in Cape Coast, einer sehr schoenen Küstenstadt mit einer riesigen Sklavenburg. Die Führung, die wir anfangs schon fast wieder bereut hätten wurde doch noch sehr interessant und wir haben viel Neues erfahren. Allerdings muss ich sagen fühlt man sich als Weiße bei den ganzen Schauergeschichten nicht wirklich wohl in seiner Haut…Am nächsten Tag gings dann in den Kakum National Park, der mir schon lang von allen Seiten empfohlen wurde. Dort gibt es einen Canopy Walk durch den Regenwald, also sozusagen Hängebrücken von Baumriese zu Baumriese. Man hat einen beeindruckenden Blick von da oben aber man sollte keine Höhenangst haben :D (Krieg ich dich da hoch, Mama? ;) )
Außerdem waren wir nochmal in Kokrobite, dem Rastastrand, und ein paar Mal in Winneba am Strand, der ja nur ne halbe Stunde entfernt ist.
In der Schule wars die letzten Tage wieder ziemlich stressig wegen den End of Term Examinations. Ich hatte ziemliche Schwierigkeiten genügend Fragen zusammenzubekommen, da ich seit der letzten Klassenarbeit manchmal erst eine Unterrichtsstunde hatte und ja eigentlich sowieso fast nur praktische Dinge unterrichte.
Am Wochenende fand die zweite Graduation statt – noch größer als die erste und somit auch anstrengender. Außerdem lief so ziemlich das Gleiche ab wie beim letzten Mal, weswegen ich mich öfters etwas abseits mit Margot unterhalten habe. Ach ja, von ihr habe ich ja noch gar nicht erzählt. Margot, eine quickfidele 60-jährige Holländerin, hat mich für ein paar Wochen im Obroni-Dasein an der Schule unterstützt. Das war natürlich nicht ihre einzige Funktion. Sie hat mit den Mädels meiner Meinung nach sehr wichtige Dinge gemacht, die hier oft untergehen. Das waren unter Anderem Stunden zur Körpersprache, die deinem Gegenüber in einem Gespräch so unglaublich viel verrät, und schauspielerische Übungen um die Kreativität und das Selbstbewusstsein der Schülerinnen zu stärken. Leider ist sie vorzeitig wieder abgereist und nur zur Graduation noch einmal vorbeigekommen, aber ich hoffe es ist trotzdem das ein oder andere in den Köpfen hängen geblieben.
Nächste Woche Freitag is Wahl in Ghana und überall in der Stadt ist der Wahlkampf in vollem Gange. Am Freitag war sogar der Präsident in Swedru! Der Wahlkampf läuft hier um einiges lauter ab als in Deutschland. Da stehen nicht Schirme mit Stehtischen herum sondern es wird eine riesige Straßenparty mit lauter Musik veranstaltet, wo alle im T-Shirt der jeweiligen Partei herumtanzen.
Dann steht auch schon bald Weihnachten vor der Tür, was ich noch nicht so ganz realisieren kann, da es einfach immer 30 Grad hat und für Weihnachten muss es kalt sei :D Auch die Vorstellung, dass in Esslingen gerade wieder Massen auf den Weihnahchtsmarkt strömen und Glühwein schlürfen, ist ganz komisch. Ich bin mal gespannt, was hier an Weihnachten passieren wird. Ich befürchte, die Kirche wird seeehr lange dauern und es wird wieder ganz arg viel zum Essen geben. Aber an Silvester gehen wir mit allen Freiwilligen ins ARA-Haus und feiern dort. Und danach darf ich MAmi und Wolfgang hier empfangen und werde hoffentlich 2-3 wundervolle Wochen mit ihnen verbringen :)

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Mein ghanaischer Alltag

Ich habe heute festgestellt, dass mein Blog eindeutig mehr einem Urlaubstagebuch als einem Tagebuch über ein Auslandsjahr gleicht. Die Erkenntnis kommt spät, aber besser als nie ;) Ich war immer viel zu sehr auf die aufregenden Geschehnisse am Wochenende fixiert, da der Alltag unter der Woche schon so schnell normal für mich wurde. Aber genau davon sollte ich euch doch eigentlich erzählen, oder?
Also mal zu meinem typischen Tagesablauf, wenn es sowas überhaupt gibt ;) Ich stehe morgens immer so um 6 auf, eine ganz angemessene Zeit. Sehr viel länger kann man ja sowieso nicht schlafen, da es spätestens ab 7 zu laut und zu warm wird. Dann erst mal ab in die Dusche, naja eine Dusche haben wir leider nicht, aber eben Eimerdusche :) Anschließend gibt’s n fettes Frühstück! Ich konnte Monica immernoch nicht überzeugen, dass eine riesige Portion Porridge plus Brot mit Erdnusscreme, Marmelade oder Ei am Morgen bisschen zu viel ist. Porridge gibt’s hier in ganz vielen Variationen, mal lecker, mal nicht so lecker. Aus Haferflocken kennen wir es ja alle, dann gibt es noch Reisporridge (schmeckt eigentlich fast gleich) und dann wird’s komisch: Cocoporridge, was ich persönlich gar nich mag, weil es so bisschen säuerlich schmeckt und ich hab auch schon wieder vergessen, aus was es besteht, Porridge aus Cassava oder so (hat ne komische Konsistenz, mit so ganz glibbrigen Kügelchen, aber schmeckt ganz okay) und Nudel(!)porridge, was eigentlich auch ganz okay schmeckt, aber weichgekochte Nudeln mit Zucker und Milch, das geht einfach mal gar nicht! Im Allgemeinen ist es ratsam nicht zu sehr über die Konsistenz nachzudenken, sonst könnte man schnell auf weniger schmackhafte Gedanken kommen. Ach ja und es gibt hier nur Weißbrot. Sugar-, Butter- und Teabread. Unterscheiden kann ich sie bis jetzt noch nicht so wirklich, aber das Sugarbread schmeckt jedenfalls süßer und mit Kaba dann schon fast bisschen wie Hefezopf :) Aber zurück zum Tagesablauf: Um halb 8 muss ich in der Schule sein, also stiefel ich immer so um 20 nach los. Dann habe ich entweder gleich um 7.40 Unterricht oder ich bereite was vor oder ich hab auch manchmal nichts zu tun. Das Unterrichten klappt inzwischen schon besser. Man muss es nur alles bisschen gelassener sehen und mal aus einem Test zwei Noten machen, damit man das Blatt mit den vielen benötigten Noten voll bekommt. Machen aber alle so. Allerdings bin ich mir immernoch unschlüssig darüber, wie schnell ich im Unterricht, vor allem in Mathematik, vorangehen soll. Entweder ich mache es auf die ghanaische Weise: ganz flott und nur die Hälfte versteht es wirklich, oder auf meine eigene Weise: etwas langsamer und öfters wiederholen, aber dann komm ich eben nicht so weit. Da soll ich mit den Schülerinnen schon alles Mögliche rechnen, obwohl sie mir noch nicht mal sagen können, wie die Zahl heißt, die ich an die Tafel schreibe. Macht für mich nicht so viel Sinn. Vor allem frage ich mich, was in den 6 Jahren Grundschule und 3 Jahren Junior High School alles schief gelaufen sein muss, wenn sie das jetzt noch nicht können. Und wenn sie dann ein Jahr an der Schule waren, sind sie schon bei Gleichungen mit x angekommen, verstehen aber gar nicht wirklich, wie man mit Gleichungen umgeht. Soviel kann man gar nicht in einem Jahr lernen und ich weiß auch nicht, wie ich meine Klasse in dem Jahr soweit bringen soll. In Food & Beverage bringe ich den Schülerinnen gerade Basic Technical Skills bei, wie z.B. Teller tragen, Servietten falten oder ein Tablett tragen. In I.C.T. sollen sie primär lernen, wie man sich im Computer zurechtfindet (Mausklicks, verschiedene Menüs, Ordner, usw.) und wie man ein Word-Dokument erstellt mit allem was dazugehört (Schrift, Schriftgröße, Aufzählungen, Bilder, WordArt, Speichern, usw.) und möglichst immer mit dem 10-Fingersystem, was gar nicht so einfach ist (vor allem bin ich selbst noch dabei es mir anzugewöhnen :D ). Schreibübungen nehmen also einen großen Teil der Zeit in Anspruch. Später kommen dann auch noch PowerPoint, Excel und das Internet dazu, obwohl das mit dem Internet sich aufgrund der schlechten Verbindung ziemlich schwierig gestaltet und in Excel muss mir erstmal jemand einen Crashkurs geben. Ach ja, mein Tagesablauf – ich schweife immer wieder ab, aber ich hoffe es langweilt euch nicht :) In der 30-minütigen Mittagspause esse ich immer etwas Kleines in der Schule, meistens Brot, da ich bei der Hitze keine Lust habe heimzulaufen und es sich auch nicht wirklich lohnt. So gegen halb 4 komme ich dann meistens nach Hause und gehe aber oft gleich wieder aus dem Haus um Besorgungen in der Stadt zu machen oder mich mit jemandem zu treffen. Abends wartet dann eine riesige Portion kohlenhydratreiches Essen auf mich: Eine große Schüssel voll mit Reis, einen Klumpen Banku oder Kenkey, oder Kochbananen oder Yam. Dazu gibt’s immer einen Stew, der meistens aus Tomaten, Zwiebeln und Paprika besteht, oder auch aus Nkruma, so ein grünes Gemüse. Manchmal gibt es auch Suppe dazu. Aber was eigentlich immer dabei ist, ist Fisch. Es gibt fast kein Essen ohne Fisch hier (manchmal gibt’s auch Huhn oder Ziege – eine willkommene Abwechslung!) und auch ganz wichtig: Palmöl! Also alles sehr fettig. Ja, man nimmt von dem Essen zu :/ Was Süßigkeiten angeht: Schokolade ist sehr teuer, Gummibärchen gibt’s hier nicht, Eis gibt’s ganz leckeres (schmeckt wie minimilk :) ) und Kekse gibt’s ganz viele, aber nicht alle lecker. Ich muss sagen, die Schokolade vermiss ich sehr!
Wasser kauft man in 500 ml-Plastiktüten – schmeckt bisschen verchlort, aber man gewöhnt sich daran. Ab und zu gönn ich mir dann auch mal eine Cola oder einen Saft, aber bei der Hitze ist Wasser eigentlich das Beste.
Um mal wieder zurück zu meinem Tagesablauf zu kommen, nach dem Essen muss ich dann noch meine Stunden für den nächsten Tag vorbereiten und Anna bei den Hausaufgaben helfen, falls ich das nicht schon mittags gemacht habe. Um 9 gehen Monica und Anna eigentlich meistens schlafen. Ich kämpfe dann meistens noch bisschen mit dem Internet, gebe mich aber irgendwann geschlagen und schlafe auch. Gute Nacht! Dayie! Das war mein Tag :)

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Funeral in Winneba

So nun zu letztem Wochenende. Die lange geplante und zeitaufwändige Beerdigung von Monicas Vater stand vor der Tür. Und ja, mit lange geplant mein ich auch wirklich lange geplant. Die Beerdigung findet nämlich nicht ein paar Tage nach dem Tod statt, sondern ein paar Wochen bis Monate später.

Beerdigung

Beerdigung

Mein Gastopa ist nämlich schon am 26. Juli gestorben und ich muss sagen, der Gedanke, dass er fast 3 Monate im Krankenhaus rumlag, gefällt mir nicht so, aber na gut…Monica ist jedenfalls schon seit Wochen total im Stress gewesen und jeden Tag nach Winneba gefahren um alles zu organisieren. Also bin ich am Freitagmittag mit Anna nach Winneba gefahren und wir saßen erstmal ziemlich lang unnütz in einem Haus von einer Freundin rum. Abends war ich dann aber noch bisschen feiern mit Raymond, nem Verwandten von meiner Gastfamilie, der in Winneba wohnt :) Am nächsten Tag war dann Kirche angesagt, wie immer natürlich auf Fante und dadurch ziemlich langweilig für mich. Den wahrscheinlich interessantesten Teil der Beerdigung, die Prozession zum Friedhof, hab ich dann blöderweise auch noch verpasst, da die Bekannten, bei denen ich in der Kirche saß, früher gegangen sind und ich mitmusste. Ach ja, das ist übrigens ganz normal, dass man später kommt und früher geht. Man sieht auch hier und da mal einen leise und mehr oder weniger heimlich telefonieren und lautlos ist das Handy sowieso nie. Nach der Kirche sind dann eigentlich den ganzen Tag nur Leute ein- und ausgegangen und haben geredet und gegessen. Unglaublich wieviel Essen da wegging. Und es gab auch nicht nur Reis, sondern auch Banku, Fufu und Kenkey. Was für ein Aufwand das gewesen sein muss! Den Sinn hinter dem Rumgesitze habe ich allerdings nicht ganz verstanden. Geht allerdings auch manchem Ghanaer so.
Maria, Naomi und ich

Maria, Naomi und ich

Ein Bekannter hat gemeint, dass er auch nur kommt, weil es eben erwartet wird, aber er findet es schwachsinnig, da es eigentlich nur noch ums Essen und Trinken geht und nicht mehr um den eigentlichen Sinn einer Beerdigung. Zwei Mädels, die ich kennengelernt habe, Naomi und Maria, (Bilder folgen :) ), haben mir dann noch ihr ziemlich kleines Zimmer im Studentenwohnheim gezeigt. Also auf Dauer da drin zu zweit stell ich mir anstrengend vor.
Am nächsten Tag ist eigentlich genau das Gleiche nochmal abgelaufen. Morgens Kirche und danach rumsitzen, essen, trinken und reden. Später habe ich erfahren, dass die Gäste in der Zeit wohl auch Geld an Zurückgebliebenen spenden, aber mehr Programm gabs glaub ich wirklich nicht. Zum Glück kam später Raymond vorbei und hat mich mit zu seinen Kumpels an den Strand genommen – das war um einiges interessanter :)
Winneba

Winneba

Allerdings bin ich noch mehr aufgefallen als sonst, da ich mein Funeral Dress anhatte und sonntags trägt man traditionellerweise weiß. Also eine Weiße, von oben bis unten traditionell in weiß gekleidet :D Ach und samstags trägt man rot oder schwarz, ich hatte ein rotes Kleid :)
Sonntagabends gings dann für Anna und mich wieder nach Hause. Daheim angekommen waren wir todmüde und sind nur noch ins Bett gefallen. Wenn Anna bloß nicht immer so viel Platz beanspruchen würde wenn sie bei mir schläft :D
So alles in allem muss ich sagen, dass ich ein interessanteres Wochenende erwartet habe, aber es war immerhin eine Erfahrung wert :)
Ach übrigens, mein Gastopa war 97 Jahre alt! Nicht schlecht, oder? :)

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